Wissenswertes über Wolle

Wissenswertes über Wolle

Was ist Wolle?
Das Unterfell von Tieren wird allgemein Wolle genannt.
Bei den tierischen Fasern kann man von vielen verschiedenen Tieren Wolle gewinnen. Von Ziegen, Lamas, Alpakas, Yak’s, Angorakaninchen, Hunden, Katzen, Seidenraupen, etc .
Schafe sind unter anderem die beliebtesten Woll-Lieferanten und es gibt heute über 200 verschiedene Schafrassen die die unterschiedlichsten Wollarten liefern, ob wellige Löckchen, feine oder robuste dicke Haare
Das geschorene Haarkleid der Schafe ist vermutlich seit der Bronzezeit als textiles Material bekannt. Bei den Ägyptern wurde die Wollmanufaktur bereits in großem Umfang betrieben.
Das Schaffell besteht aus den äußeren, steifen und groben Haaren (Deckhaar), die als Schutz gegen die kalte und warme Witterung dienen, sowie aus den inneren, weichen und feinen Haaren, die der Regulation der Körperwärme dienen. . Die eigentliche Schafwolle wird aus den inneren, weichen, wärmenden, feinen Haaren gewonnen.
Die Außenschicht des Haares und seine Kräuselung unterscheiden sich von den einzelnen Tierrassen.
Je feiner die Qualität der Wolle, umso gleichmäßiger die Faserstruktur des Haares.
Während des Wachstums des Haares produzieren Talgdrüsen das körpereigene Fett Lanolin, das jedes Wollhaar umhüllt und die Haare aneinander bindet, somit gelangt keine Feuchtigkeit auf die Haut. Lanolin wird in der Kosmetikproduktion und in der Heilkunde eingesetzt.
Die Schafe werden entweder einmal oder zweimal im Jahr geschoren. Das geschorene Fell der Schafe nennt man auch Vlies.

Eigenschaften der Wolle

– Wolle ist ein nachwachsender Rohstoff
– Wolle ist wärmeisolierend und temperaturausgleichend
– elastisch, daher knitterfrei
– schwer entflammbar
– kann 1/3 des Eigengewichtes an Feuchtigkeit aufnehmen und an die Umgebungsluft abgeben, ohne sich nass     anzufühlen, beim Trocknen auf der Haut entsteht keine Unterkühlung
– Die Feuchtigkeit wird schneller als bei Baumwolle nach außen abgegeben.
– Wolle ist pflegeleicht, da sie durch ihre natürliche Selbstreinigungsfunktion Gerüche durch Lüften leicht wieder abgibt
– Wolle kann Giftstoffe binden und neutralisieren
– durch Weichheit der Wolle entsteht ein zusätzliches Wärmegefühl

Pflege

Maschinenwäsche

Sie sollten Ihre Handarbeitsstücke auf links drehen, damit diese möglichst geschont werden bei der Reinigung. Bei den meisten Garnen ist Maschinenwäsche sowie Schleudern erlaubt. Waschen Sie in jedem Fall mit der empfohlenen Temperatur, sowie im Wollwaschgang oder Schongang. Benutzen Sie einen ausreichend hohen Wasserstand, damit Ihre Handarbeitsstücke genügend gespült werden. Verwenden Sie flüssige Wollwaschmittel, Pulver lösen sich bei niedrigen Wassertemperaturen nur schwer auf und Pulverrückstände können sich so in der Faser absetzen. KEINE Weichspüler verwenden. Die natürlich schmutzabweisende Schutzschicht der Wolle benötigt keine intensive Reinigung. Die tierischen Fasern können sonst mit der Zeit verfilzen oder sich auflösen, weil tierische Fasern Eiweiße enthalten.

Handwäsche

– nicht einweichen
– nicht reiben, rubbeln, wringen oder bürsten
– vorsichtig mit den Händen aus dem Wasser heben, nicht ziehen
– sofort in reichlich Spülwasser legen und mehrmals spülen bis das Wasser klar ist
– das herausgehobene Stück auf trockenen Tüchern ausbreiten, einrollen und ausdrücken
– gegebenenfalls in Form ziehen
– verfilzen verhindern
Wolle ist ein Naturmaterial. Sie verfilzt nicht ohne äußere Einwirkungen. Sollte Sie dennoch zum verfilzen neigen, liegt es daran, dass sie nicht materialgerecht verarbeitet oder gepflegt wird. Je feiner und edler die Wollfaser ist, umso sorgfältiger muss sie gepflegt werden. Waschen Sie mit geringen und wenigen Mengen Waschmittel und ganz viel Wasser. Beachten Sie auch die Pflegehinweise auf den Banderolen der Wollknäuele.

Schurwolle
Die Bezeichnung Schurwolle oder Reine Schurwolle drückt aus, dass es sich um neue, unmittelbar von einem lebenden Tier stammende Wolle handelt, und nicht um ein wiederverwendetes, also aus Alttextilien hergestelltes Recyclingprodukt wie Reisswolle oder um die aus den Fellen geschlachteter (Schwöde-, Schwitz-, oder Gerberwolle) oder verendeter (Sterblingswolle) Tiere gewonnene Wolle handelt.

Merinowolle
Sie ist fein, weich, stark gekräuselt und kurzstapeliger als die im Folgenden genannten Typen. Sie stammt vom Merinoschaf. Das Merinoschaf (Kurzform: das Merino) ist eine ursprünglich aus Spanien stammende Feinwoll-Schafrasse. Die Tiere werden bis auf die Haut geschoren und geben zwischen 2 bis 4 Kilogramm Wolle (gewaschen) pro Jahr. Bis zu 10 kg Merinowolle können von Spitzentieren gewonnen werden. Die Faserfeinheit reicht von 14,5 bis 23,5 Mikrometer. 2005 liegt der Weltrekord für die Feinheit von Merinowolle aus Neuseeland bei 11,8 Mikron (menschliches Haar 30 Mikron).

Kaschmir
Die flauschige Wolle stammt von der Kaschmirziege. Kaschmir gilt als eine der edelsten Wollsorten. Vor allem Pullovern und Schals verleiht das Edelmaterial ein besonders hochwertiges Aussehen. Ursprünglich lieferten nur Tiere aus Tibet die Edelfaser, später auch aus Nepal und Kaschmir. Das begehrte, weiche Flaumhaar versteckt sich unter dem derben, vor Wind und Wetter schützenden Deckhaar. Es wird ausgekämmt und – in einem weitgehend geheim gehaltenen Prozess – von dem gröberen Ziegendeckhaar getrennt. Die Farben reichen von naturweiß über grau bis dunkelbraun. Je länger, feiner und weißer die Faser ist und je geringer der Anteil an grobem, dunklem Deckhaar, desto teurer ist die Kaschmirwolle. Textilien aus Kaschmir dürfen nicht in die Waschmaschine.

Baumwolle
Archäologische Funde belegen, dass bereits 6000 vor Christus in Indien Baumwolle angebaut wurde. Bis zur Industrialisierung war Baumwolle wertvoller als Wolle und Seide wegen ihrer aufwendigeren Herstellung.
Markenbaumwollgarne sind gekämmt, gasiert und mercerisiert. Im Gegensatz zu den günstigeren Topflappenbaumwollgarnen. Bei gekämmten Baumwollgarnen richtet das Kämmen die Fasern der Rohbaumwolle parallel aus. Bei gasierten Baumwollgarnen flammen Gasbrenner beim gasieren herausstehende Faserenden ab. Beim mercerisieren der Baumwollgarne wird das Baumwollgarn mit Natronlauge behandelt, dadurch entsteht ein reißfestes, seidig glänzendes Garn.
Helle Baumwollgarne können bis 90 °C im Kochwaschgang gewaschen werden. Intensiver gefärbte Baumwollgarne können bis 60 °C im Buntwaschprogramm gewaschen werden. Mercerisierte Baumwollgarne wurden bereits beim Veredelungsprozess geschrumpft und verkürzen beim Waschen und Trocknen ihre Faserlänge nicht mehr. Somit schaden hohe Temperaturen beim Bügeln und im Trockner den behandelten Baumwollgarnen nicht. Unbehandelte Baumwollgarne können stark beim Waschprogramm in der Waschmaschine einlaufen.

Seide
Das Herstellungsverfahren für Seide wurde schon vor mehr als 5000 Jahren in China entdeckt. Die Römer brachten den wertvollen Stoff über die berühmte und 10000 Kilometer lange Seidenstraße nach Europa. Sie kommt ursprünglich vermutlich aus China und war eine wichtige Handelsware jener Zeit, die über die Seidenstraße nach Europa transportiert wurde. Neben China, wo heute noch der Hauptanteil produziert wird, sind Japan und Indien weitere wichtige Erzeugerländer, in denen der Seidenbau betrieben wird.
Seide ist eine feine Texitilfaser, die aus den Kokons der Seidenraupe, der Larve des Seidenspinners, gewonnen wird. Sie ist die einzige textile Endlosfaser die in der Natur vorkommt und besteht hauptsächlich aus Protein.
Die Seidenfaser wird aus den Kokons des Seidenspinners gewonnen. Die Raupen verpuppen sich, wobei sie die Seide in speziellen Drüsen im Maul produzieren und in großen Schlaufen in bis zu 300.000 Windungen um sich herum legen. Ein einzelner Seidenfaden einer Raupe kann bis zu 4 Kilometer lang werden. Sie werden mithilfe von Heißwasser oder Wasserdampf vor dem Schlüpfen getötet, um zu verhindern, dass die Kokons zerrissen werden. Jeder Kokon enthält ein ununterbrochenes, sehr langes und feines Filament. Die einzelne Seidenfaser kann nun aus dem Kokon gewonnen werden. Um 250 g Seidenfaden zu erhalten, werden um die 3000 Kokons benötigt, das entspricht etwa 1 kg.
Seide zeichnet sich durch ihren Glanz und ihre hohe Festigkeit aus und wirkt isolierend gegen Kälte und Wärme. Sie kann bis zu einem Drittel ihres Gewichtes an Wasser einlagern. Seide neigt wenig zum Knittern.
Auf Seidenstoffen werden besonders brillante Farben erzielt. Empfindlich ist Seide gegenüber hohen Temperaturen, Abrieb und Wasserflecken.

Bambusfaser
Aus der Bambuspflanze werden die Bambusfasern gewonnen. Die Verarbeitung zur Bambusfaser ist vergleichbar mit der Herstellung von hochwertiger Viskose aus einem geschlossenen, umweltschonenden Kreislauf. Die Stabilität, Faserdicke, Hautverträglichkeit und der Farbton der Bambusfaser ist vergleichbar mit Naturseide. Unvergleichlich, ist die seidig glänzende Oberfläche und die weiche Qualität der Bambusfaser.
Textilien aus Bambusfaser haben ähnliche Eigenschaften wie Seiden-Erzeugnisse, die sich durch eine hohe Feuchtigkeitsaufnahme und Atmungsaktivität auszeichnen. Durch den seidigen Glanz wird die hochwertige Optik zum Ausdruck gebracht. Die Bambusfaser wirkt klimaausgleichend und beeinflusst positiv das körperliche Wohlbefinden.
Eine besondere Eigenschaft der Bambusfaser ist ihr natürlicher antibakterieller Wirkstoff. Aus diesem Grund eignet sie sich auch bestens für Allergiker.
Bambusfasern nehmen im Vergleich zu Baumwolle viermal so viel Feuchtigkeit auf.
Hergestellt werden Bambusfasern in einem aufwendigen Prozess aus 100% Bambus-Zellstoff.
Eigenschaften der Bambus-Faser:
– seidiger Glanz, vergleichbar mit Seide
– weicher Griff
– temperaturausgleichend und atmungsaktiv
– antibakterielle Wirkung
– sind biologisch abbaubar
Das weiche Bambusgarn wird als das umweltfreundlichste Textilmaterial des 21. Jahrhunderts angesehen. Die Verarbeitung zur Faser ist vergleichbar mit der Herstellung hochwertiger Viskose zu einem geschlossenem umweltschonenden Kreislauf. Echte Bambusfasern findet man in Textilien allerdings sehr selten. Meistens handelt es sich um Bambus-Viskose, also eine Chemiefaser, die auf Basis von Bambus hergestellt wurde.

Angorawolle                                                                                                                                                                             Als Angorawolle wird das Haarkleid der Angorakaninchen bezeichnet. Diese Haare sind besonders lang, dicht und seidig. Da Angoragarne sehr gut wärmen aber nicht besonders robust sind, wurden sie lange Zeit vor allem für Unterbekleidung und feine Strickwaren verwendet. Ursprünglich wurde die Wolle durch das Ausbürsten des Fells gewonnen. Heute wird die Wolle in erster Linie durch Scheren des Haarkleides im Frühsommer gewonnen.

Alpaka
Alpakawolle gehört zu den tierischen Fasern. Versponnen werden hier die feinen Haare des Alpakas, einer Kamelart, die aus den südamerikanischen Anden stammt. Alpakawolle ist sehr fein, weich und hat ein sehr gutes Isoliervermögen. Alpakawolle wird auch das „Vlies der Götter“ genannt und ist eines der hochwertigsten Naturgarne. Sie sollte mit der Hand gewaschen werden.

Mohair
Mohair gehört auch zu den tierischen Fasern. Versponnen werden hier die feinen Haare der Mohairziege. Mohair wird meist mit anderen synthetischen Fasern oder Naturfasern gemischt. Die Fasern sind sehr leicht, weich, flauschig und haben einen seidigen Glanz.

Mohair
Mohair gehört auch zu den tierischen Fasern. Versponnen werden hier die feinen Haare der Mohairziege. Mohair wird meist mit anderen synthetischen Fasern oder Naturfasern gemischt. Die Fasern sind sehr leicht, weich, flauschig und haben einen seidigen Glanz.

 

Polyacryl
Polyacryl gehört zu den synthetischen Fasern, die durch chemische Prozesse gewonnen werden. Polyacryl (auch bekannt unter dem Namen „Dralon“) ist die am meisten verwendete Chemiefaser. Polyacryl findet alleine oder in Mischungen mit Baumwolle oder Schurwolle Verwendung. Es hat einen wollartigen Charakter, ist weich, wärmend und besonders pflegeleicht.

 

Polyamid
Polyamid (auch bekannt unter dem Namen „Nylon“) ist auch eine synthetische Faser. Polyamidfasern haben eine hohe Reiß- und Scheuerfestigkeit und werden daher oft zur Verstärkung der Schurwolle bei Sockengarnen beigemischt. Polyamid ist glatter und glänzender wie Polyacryl.

 

Polyester
Polyester ist eine synthetische Faser, die der Polyamid-Faser ähnelt. Es ist sehr pflegeleicht und hat eine hohe Strapazierfähigkeit und Formbeständigkeit.